Rache mildert Wut Studien bestätigen das, zum Beispiel von Wissenschaftlern um Arlene Stillwell von der State University New York. Die Forscher fanden unter anderem heraus, dass diejenigen, die keine Rache geübt hatten, mehr Wut empfanden als diejenigen, die sie ausgelebt haben.
Rache kann befriedigend sein Tatsächlich verbinden viele Menschen mit Rache nicht nur eine bestimmte Hoffnung. "Sie kann unter Umständen wirklich befriedigend sein", sagt Gollwitzer. Warum? "Rache ist etwas sehr Funktionales. Damit kann man dem anderen zeigen: 'So kannst du mit mir nicht umgehen'." Man mache klar: "Ich bin keine Person, auf der man herumtrampeln kann. Rache ist nur dann befriedigend, wenn diese Botschaft bei dem anderen ankommt."
Rache beruht auf Ungerechtigkeit Außerdem könne man so eine empfundene Ungerechtigkeit wieder ausgleichen. "Rache bezieht sich fast immer auf das Gefühl von Ungerechtigkeit", so Gollwitzer. "Wer das Gefühl hat, von einer anderen Person unfair behandelt worden zu sein, möchte das rächen." Das bestätigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität von Calgary in Kanada: Bei einer Befragung von Susan Boon und ihren Kollegen gaben fast 47 Prozent "Gerechtigkeit" als eines der Motive für Rache an.
Rache kann Gleichgewicht herstellen Wer Rache übt, erreicht oft noch etwas anderes. Sie wird eingesetzt, um in einer bestimmten Beziehung wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Darauf weisen Stillwell und ihre Kollegen hin. Hatte man vorher noch das Gefühl, dem anderen unterlegen zu sein, kann man mit Rache möglicherweise beide Positionen aneinander angleichen. |